Ev. St.-Georgs-Kirchengemeinde Hattingen
Ev. St.-Georgs-Kirchengemeinde Hattingen

Informationen zu unserer St.-Georgs-Kirche

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Der Altar

Der Altar hat seine hölzerne Umkleidung erst seit einer Renovierung im Jahr 1973. Das Altarbild stellt die biblische Geschichte vom 12jährigen Jesus im Tempel dar (Lukas 2,41ff.). Das Bild ist eine verkleinerte Reproduktion eines Gemäldes von Heinrich Hofmann (1824-1911). Das Original ist in der Galerie Neue Meister in Dresden zu sehen. Wann die Reproduktion des Bildes in die St.-Georgs-Kirche kam, ist unbekannt.

Die historische Roetzel-Orgel

Die Orgel der St.-Georgs-Kirche wurde 1826/30 von Christian Rötzel aus Alpe bei Eckenhagen erbaut. Das frühromantische Instrument ist ein historisch wertvolles Dokument westfälischer Orgelbaukunst.

1959/60 wurde das Werk durch Alfred Raupach restauriert. Der Hattinger Orgelbauer, der sich der Gemeinde und ihrer Orgel sehr verbunden zeigte, versuchte bei finanziell geringstmöglichem Aufwand die verfallene Orgel wiederherzustellen. Außerdem baute er eine neue Mixtur (Hauptwerk, 5fach) und fügte 4 Rohrwerke hinzu (Fagott  16’, Trompete 8’, Oboe 8’, Trompete 4’).

1964 erfolgten weitere Erneuerungsarbeiten durch die Werkstatt Raupach. Besonders zu nennen sind die Erweiterung des Pedals um 5 Halbtöne und die Wiederherstellung des im 1. Weltkrieg abgebauten Zinn-Prospekts (d. h. der 45 vom Kirchenraum aus sichtbare Pfeifen).

Eine grundlegende Restaurierung wurde 1977 durch die Firma Gustav Steinmann, Vlotho, vorgenommen. Neben vielfältigen Instandsetzungsarbeiten wurden aus akustischen Gründen die Pedal- und Manualwindladen umgelagert. Die Orgel wurde durch neue Verkleidungen und eine Rückwand ganz umschlossen. Pedalklaviatur und Spieltisch wurden neu eingebaut.

In der Disposition fällt die große Anzahl der 8’-Register auf, die in ihrer Verschiedenartigkeit einen besonderen Reiz der Orgel ausmachen. Gemshorn 8’ und Gambe 8’ sind auf Schwebung gestimmt. Spieltraktur und Registratur sind mechanisch.

Hauptwerk

Oberwerk

Pedal

 

*   Bordun 16’

x   Prinzipal 8’

x   Gemshorn 8’

*   Bordun 8’

*   Gedackt 8’

x   Viola di Gamba 8’
x   Kornet 4fach
*   Oktave 4’
*   Flauto Dolce 4’
*   Quinte 2 2/ 3’
*   Oktave 2’
     Mixtur 5fach
     Fagott 16’
     Trompete 8’

x   Prinzipal 8’
*   Viola d´amour 8’
*   Gedackt 8’
x   Oktave 4’
*   Gedacktflöte 4’
*   Flauto traverse 4’

x   Quinte 2 2/3’
x   Oktave 2’
x   Mixtur 3fach
     Oboe 8’

Tremulant

*   Subbass 16’
*   Violon 16’
x   Prinzipal 8’
     Oktave 4’
x   Hintersatz 4fach
x   Posaune 16’

     Trompete 4’



Koppeln

OW/HW, HW/P, OW/P
als Fußtritt

* original Register

x alte Register, geändert und erweitert

M. C. Witte                                                                                  8/ 94

Die Kirchenfenster von St. Georg

Eine Besonderheit der St. Georgs-Kirche sind sicher die 20 schönen Kirchenfenster, die zum größten Teil biblische Themen wie die Geschichte vom verlorenen Sohn oder das Gleichnis vom barmherzigen Samariter darstellen.

Die Kirchenfenster wurden von Prof. E. Bischoff entworfen und ab 1950 nach und nach eingebaut.

In den letzten Jahren wurden die Kirchenfenster mit einem Sicherheitsglas versehen, um sie gegen Vandalismus zu schützen.

Die Glocken von St. Georg

Das Geläut unserer St.-Georgs-Kirche stammt aus der Gießerei des „Bochumer Vereins“. Die feierliche Weihe der vier Glocken fand am Reformationstag, dem 31. Oktober 1950, statt.

Nach altem Glockengießerbrauch sind die Glocken mit Verzierungen und Sätzen versehen.

Die größte Glocke mit einem unteren Durchmesser von 1,97 m wiegt 56 Zentner und trägt die Aufschrift  ( aus Jeremia 22,29 ): „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort.“

Außerdem befindet sich auf ihr das „Christus-Trigramm J H S ( mit einem kleinen Kreuz auf dem Buchstaben H ). Lateinisch werden die drei Buchstaben gedeutet als „Jesus Heiland der Welt“, griechisch als „Jesus unser Heiland“. Diese Glocke mit dem Ton a wird für den Stundenschlag der Turmuhr benutzt.

Die zweitgrößte Glocke mit einem Durchmesser von 1,69 m wiegt 38 Zentner und hat als Aufschrift den Anfang des Lutherliedes „Ein feste Burg ist unser Gott“. Sinnentsprechend befindet sich auf ihr die „Lutherrose“, Luthers Wappen, eigentlich Siegel, mit dem Luther seit 1516 siegelte. Diese Glocke mit dem Ton c ist nur für das Läuten bestimmt.

Die dritte Glocke hat einen Durchmesser von 1,51 m, ein Gewicht von 27 Zentnern und zeigt die Aufschrift ( aus Offenbarung 2,10 ): „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“. Auf der Glocke befindet sich außerdem ein Siegel mit dem Brustbild des „Heiligen Georg“ mit einem achtstrahligen Stern auf der Brust, dazu die Umschrift: SIG x SCTI x GEORGII x IN x HAT d. h. „Siegel des Heiligen Georg in Hattingen“.

Diese Glocke ist auf den Ton d gestimmt.

Die vierte Glocke hat nur einen Durchmesser von 1,25 m, wiegt 15,6 Zentner und trägt den Reim:                   

Johannes der Täufer bin ich genannt.
Ich rufe weithin über das Land,
dass unser Heiland Jesus Christ
der einzige Weg zum Himmel ist.

Diese Glocke hat den Ton f.
Sie wird zusammen mit der dritten Glocke  für den Viertelstundenschlag der Uhr benutzt.

Wann  und in welcher Reihenfolge und in welcher Kombination die Glocken geläutet werden, ist in einer vom Presbyterium beschlossenen Läuteordnung festgelegt.

Die Glocken rufen zum Gottesdienst und mahnen zum Gebet. Das Läuten der Glocken aus anderem Anlass kann nur von der Kirchenleitung angeordnet werden.

P. Frederking                                                                         Juli 1989

Der Turmhahn

Der Turmhahn von St. Georg

Der Hahn auf unserer St.-Georgs-Kirche ist einer der ältesten der Umgebung und bietet, aus der Nähe betrachtet, einen erstaunlichen Anblick. Der kupferne, vergoldete Hahn ist nämlich auf beiden Seiten mit insgesamt zehn Jahreszahlen und sechzehn Namen von Männern der evangelischen Kirchengemeinde versehen.

Die älteste Zahl stammt aus dem Jahr MDCCXXIX, das heißt 1729. In etwas fehlerhaftem Latein wird gesagt, dass der Hahn am 1. Mai 1729 durch einen Blitzschlag herabgestürzt wurde.

So berichtet auch der Hattinger Pfarrer Rudolf Nonne in seinem 1890 erschienen Buch  über  die „Größere  evangelische  Kirchengemeinde  zu  Hattingen“,  dass  am 1. Mai 1729 während des Nachmittagsgottesdienstes ein Blitz in die Kirche einschlug und Turm und Kirche stark beschädigte, wobei ein Kind getötet wurde und mehrere Personen verletzt wurden.

Die nächste Jahreszahl auf  dem  Turmhahn  bezieht  sich  auf  die  Renovierung am 20. Mai 1775. Dann folgt das Datum 22. August 1812, danach die Zahlen 1837, 1850 und 1876. In all diesen Jahren wurde der Hahn herunter geschafft und überholt. Die eingehämmerten Namen wie Riddershaus, Schepmann, Sintermann, Stratmann, Höfken, Steimann, Fliegenschmidt und Lange beziehen sich interessanterweise nicht auf die Gemeindepfarrer, sondern überwiegend auf die jeweiligen Kirchmeister.

In unserem Jahrhundert wurde der Hahn bisher viermal aus seiner luftigen Höhe von rund 57 Metern geholt: 1904 unter Kirchmeister August Vahrenholt, 1928 unter Heinrich Hansberg, 1952 unter Heinrich Rugo und 1976 unter Paul Nocke. Mancher Hattinger Bürger wird sich noch an 1976 erinnern, als der Turm neu verschiefert wurde.

Unser Turmhahn auf dem Kreuz, das etwa 2,54 Meter hoch ist, wiegt etwa sechs Kilogramm. Vom Schnabel bis zum Ende der Schwanzfedern misst er  rund 89 cm, seine Höhe beträgt rund 71 cm.

Wann der Hahn erstmalig auf den Turm gesetzt wurde, ist nicht feststellbar. Ohne Jahreszahl ist in lateinischer Schrift lediglich zu lesen, das Henrich Joh. Trapmann den Hahn vollendet hat.

Der Hahn schaut  nicht nur stets in die Richtung, aus der der Wind weht, sondern kann uns mahnend an den Jünger Simon Petrus erinnern, der seinen Herrn dreimal verleugnete...

P. Frederking                                                                         Juli 1989

Festschrift zur Wiedereinweihung der Roetzel-Orgel

Zur Wiedereinweihung unserer schönen Roetzel-Orgel nach der umfangreichen Restauration haben wir eine schöne Festschrift verfasst.

Diese Festschrift können Sie zum Preis von 5 € (zugl. 2 € Versand) erwerben. Bestellung an: sinterdontospamme@gowaway.kirche-hawi.de

Sie können Sie natürlich auch im Gemeindebüro oder bei der Aufsicht in der St.-Georgs-Kirche persönlich in Empfang nehmen.